Die dunkle Zeit - Licht und Schatten

04.11.2022
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Schon im Oktober merken wir, wie die Tage kürzer werden. Die letzten Ernten werden eingefahren, die Bäume färben sich in den wunderbarsten Farben bunt und an manchen Tagen taucht die Sonne die Landschaft in ein zauberhaft wirkendes, goldenes Licht. Und gleichzeitig fallen auch schon die Blätter von den Bäumen, die ersten nassen und kalten Tage zeigen sich und oft liegt Nebel über den Feldern und trübt das Licht. Die Felder werden für den Winter bereitet, die Gärten winterfest gepflegt.

Ja, ein Jahreszyklus neigt sich dem Ende zu. 

 

Rituale und Zeremonien

Viele alte Rituale und Zeremonien, die heute teilweise wieder hier bei uns auftauchen, haben ihren Ursprung bei den Kelten und Germanen. Genauso, wie jeder andere Kulturkreis das auch hat. Der Sinn dahinter ist die Verbindung zu Mutter Erde und mit der Natur in Einklang zu leben, sich der Zyklen der Natur genauso bewusst zu sein wie auch der Zyklen in unserem Leben. Letztlich hiflt uns dies, uns auf das Leben einzulassen, es besser zu verstehen und zufriedener zu leben.

 

Samhain

Am 31. Oktober feiern wir das alte keltische Jahresfest Samhain. Es ist das keltische Neujahrsfest, das Fest der Ernte und des Ausgleichs. Und auch ein Fest des Übergangs, denn hier geht der Sommer in den Winter über. Im Zyklus der keltischen Jahresfeste ist es das erste Fest des Jahreszyklus. Das mag uns in unserer heutigen Welt vielleicht eher ungewöhnlich erscheinen, da wir doch eher den Frühling mit Neubeginn in Zusammenhang bringen.

 

Die Kelten hatten einen anderen Blick darauf. Hier vereinigen sich die scheinbaren Gegensätze miteinander und werden für einen Augenblick lang eins. So erzählt die Überlieferung, dass sich in dieser Nacht der Sommergott und die Erdgöttin vereinigen und sie zeugen das neue Sonnenkind des kommenden Jahres, welches an der Wintersonnenwende am 21. Dezember geboren wird. Mit anderen Worten, in der stillen, eher tot erscheinenden Welt liegt und gedeiht schon der Keim für das Neue.

 

Samhain ist im Zyklus der Jahreskreisfeste ein Fest des Mondes und wird nahe des Novemberneumondes gefeiert. Es ist ein Fest von Tod und Neubeginn, von Loslassen, Verabschieden. Auch ein Fest, um die Ahnen zu ehren oder gar mit ihnen in Verbindung zu treten.

 

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November

Mit Samhain und Beginn des Novembers sind wir vollkommen in der dunklen Zeit des Jahres angekommen. Durch die Zeitumstellung wird uns das noch bewusster, da es jetzt schlagartig früher dunkel wird. Der November hat seine Schatten und bringt unsere hervor. Er ist der Monat, in dem wir der Toten gedenken, an Allerheiligen und am Totensonntag -genauso, wie dieses Thema zu Samhain gehört. 

 

Das Wetter ist in der Regel so, dass wir uns automatisch mehr in die Häuser zurückziehen, Kerzen anzünden und uns auch von unserer Stimmung her nach innen wenden. Manch einer sagt, ein Monat der schlechten Stimmung oder der Depression - eben der Schatten. Auf jeden Fall neigt sich das Jahr immer mehr dem Ende und es ist ganz natürlich ein Resümee zu ziehen. Reflektieren und würdigen, was gut war und was nicht gut war, verabschieden und loslassen. Und in diesem Loslassen wohnt meist schon eine neue Ausrichtung.   

 

Licht und Schatten

Die dunkle Zeit lädt uns ein, unsere Schatten zu beleuchten und näher zu betrachten. Oft machen sie sich in dieser Zeit deutlicher sichtbar oder legen gerne einen Schleier der Schwermut über uns. Aber, wo ein Schatten, da ist auch Licht. Und wo viel Licht ist, entsteht auch Schatten. Die eigenen Schatten zu beleuchten und aufzuhellen, bedeutet mit sich selbst ins Reine zu kommen, sich selbst wieder ein Stück mehr zu erkennen, authenischer zu werden und vollkommener. 

 

Wie schon erwähnt, rückt das Ahnenfeld uns in diesen Tagen auch näher. Und vielleicht ist auch hier noch der ein oder andere Schatten verborgen. Fragen wie

"Was habe ich von ihnen erhalten?"
"Was habe ich von ihnen gelernt?"

"Was habe ich übernommen, was gar nicht zu mir gehört?"

können uns weiterhelfen, Licht in diese Schatten zu bringen. Sie sind sogar unerlässlich, wenn wir uns selbst wirklich erkennen wollen. Wenn du mehr zu diesem Thema lesen willst, empfehle ich dir meinen Blogartikel Kläre deine Wurzeln.

 

 

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Gemütlichkeit

Neben all diesen Schatten und dunklen Seiten darf man natürlich nicht die lichten Seiten vergessen. So lädt der November besonders ein, gemütlich mit Freunden zusammen zu sitzen. Wir zünden gerne Kerzen an, lesen vielleicht einmal gemeinsam Geschichten oder spielen in froher Runde. Auch wenn die Natur jetzt eher rauh und ungemütlich ist, ist es doch wunderbar, nach einem Waldspaziergang wieder in die Wärme zurückzukommen und sich an einer Tasse Tee zu laben. Auch Düfte, die unsere Räume angenehm durchströmen gehören für mich in den November. Ja, vielleicht auch durch Räucherwerk herbeigerufen.

 

 

Räuchern

Räuchern ist ein wunderbares Ritual, das mit den unterschiedlichsten Absichten verbunden werden kann. Wir können Räume und Energien reinigen, klären und auch segnen. Wir können Themen unterstützen und unsere Intentionen mit Räucherungen verstärken. Für mich gehört das Räuchern im ganzen Jahr dazu. Aber jetzt, wo wir uns mehr in die Häuser zurückziehen und dort viel mehr Zeit verbringen als im Sommer, ist es besonders wohltuend zu räuchern. 

 

Dezember

Was erwartet uns im Dezember? Auch der Dezember gehört natürlich noch zu der dunklen Zeit. Aber er hat schon eine wieder eine ganz andere Energiequalität als der November. Wir feiern den Advent und den Nikolaustag. Dann kommen die Sperrnächte, gleich im Anschluss die Wintersonnenwende und schließlich das Weihnachtsfest, die Rauhnächte und Silvester. Mehr dazu gibt es im Dezember zu lesen. Aber schon jetzt kannst du dich gerne über meine Rauhnacht Begleitung informieren.